PERSE­PHONE

RAUB DER PERSE­PHONE

Persephone ist bekannt als die Frau an der Seite von Hades, dem griechischen Gott der Unterwelt. Wie kam sie zu dieser Position? Und was lief da genau zwischen ihr und Hades? Das erfährst du in dieser Story.

Persephone ist die Tochter von Zeus und seiner Schwester, der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Persephone ist schon als junges Mädchen sehr schön und sie wird oft auch als das blühende Mädchen bezeichnet. 

Ihr schönes Antlitz fällt auch Hades auf, als er sich eines Tages in der Oberwelt herumtreibt. Hades verliebt sich Hals über Kopf in Persephone. Doch das blühende Mädchen Persephone wollte auf keinen Fall zu Hades in die Unterwelt ziehen. Blumen brauchen schliesslich die Sonne um zu blühen.

Daraufhin geht Hades zu Zeus und hält persönlich um die Hand von Persephone bei ihrem Vater an. Zeus ist nicht begeistert von der Vereinigung, schlägt Hades die Bitte aber auch nicht ab.

So heckt Hades den folgenden Plan aus: Statt weiterhin zu fragen, entführt er Persephone einfach in die Unterwelt! 

Persephone fügt sich ihrem Schicksal und lernt in der Unterwelt zu leben. Doch ihre Mutter Demeter lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Sie sucht überall nach ihrer Tochter, die von einer Sekunde zur nächsten einfach verschwunden ist. In ihrer Trauer lässt sie alle Pflanzen verdorren und sterben. Schliesslich findet Demeter heraus, dass ihre Brüder Zeus und Hades hinter dem Verschwinden ihrer Tochter stecken.

Demeter verspricht Zeus, die Pflanzen wieder zu beleben, wenn er ihr erlaubt, Persephone wieder aus der Unterwelt zurück zu holen. 

Zeus willigt ein ‒ unter einer Bedingung: Dass Persephone in der Unterwelt noch nichts gegessen hat. 

Diese Bedingung gilt allerdings für alle Wesen, die sich je in der Unterwelt aufgehalten haben, denn sie kommt nicht von Zeus selbst, sondern von den Moiren, den Göttinnen des Schicksals. 

Demeter und Zeus begeben sich gemeinsam in die Unterwelt, um Persephone wieder nach Hause zu bringen.

Inzwischen hat sich Persephone bereits mehrere Monate in der Unterwelt aufgehalten. 

Hades kennt die Bedingung der Moiren sehr genau und er weiss sehr wohl, was sie für ihn und seine geliebte Persephone bedeutet. Alle Anwesenden warten wie gebannt auf die Antwort zur alles entscheidenden Frage: Hat jemand Persephone in den langen Monaten, die sie in der Unterwelt weilte, etwas essen sehen? 

Was jedoch niemand ahnt, auch Persephone kennt diese Bedingung. 

Zu Hades’ grossem Chagrin, verneinen alle. Niemand hat gesehen, wie Persephone auch nur einen Bissen zu sich genommen hat.

Doch dann, kurz bevor alles aus zu sein scheint für Hades grosse Liebe, meldet sich der Obstgärtner von Hades zu Wort. Er hat beobachtet, wie Persephone heimlich Granatapfelkerne zu sich genommen hat. 

Darauf wird ein Kompromiss ausgemacht: Persephone darf acht Monate des Jahres zu ihrer Mutter und die Sonne geniessen, die restlichen vier Monate aber muss sie in der Dunkelheit der Unterwelt verbringen. Darüber freut sich Hades besonders: Darf er doch immerhin ein Drittel des Jahres mit seiner Partnerin verbringen!

Während sie sich in der Unterwelt aufhält, toben die Winterstürme auf der Erde. Sobald sie jedoch die Unterwelt verlässt, beginnt der Frühling und die Blumen erblühen.